Suchmaschinen für Soundmaterial und Soundeffekte zu Bildungszwecken

Für eine aktive Teilnahme Lernender lässt sich besonders das Arbeiten in Projekten nutzen. Ein Projekt, das unterschiedlich eingesetzt werden kann, ist die Erstellung eines Hörspiels. In einem solchen Hörspielprojekt können selbst erarbeitete Dialoge zu Fachthemen oder der Phantasie entnommene Gespräche am Computer in Gruppen oder Einzelarbeit umgesetzt werden.

Dabei können hinzugefügte Sounds die Wirkung und Aussageabsicht verstärken. Zwei Internetseiten welche hierfür genutzt werde können, sollen in diesem Beitrag kurz vorgestellt werden.

Jede Einbringung von Material ist auch stets mit der Frage nach dem Urheberrecht verbunden. Nicht jeder Sound darf einfach verwendet, vervielfältigt und/ oder eingebunden in ein Projekt veröffentlicht werden. Vor diesem Hintergrund sind auch derartige 1-Klick-Download-Angebote zu sehen.

Im günstigsten Fall stehen Digitale Materialien unter der CC.

Bei „CC“ handelt es sich um eine Abkürzung für Creative Commons, wohinter eine gemeinnützige Organisation steht, die sich dafür einsetzt, dass das Internet ein Medium für den freien Austausch von Inhalten bleibt. Sie liefert Lizenzverträge für die Allgemeinheit, die es so ermöglichen, dass jeder seine geschützten Inhalte zur freien Wiedergabe unter bestimmten Vorraussetzungen (eben der Creative Commons) zur Verfügung stellen kann.

Für OER Content bietet es sich an Material zu verwenden, welches unter CC-BY Lizenz zur Verfügung gestellt wird. Eine weitere Möglichkeit ist die CC0 Lizenz. Allerdings muss hier genau geprüft werden, ob der Content wirklich als frei verfügbar veröffentlicht werden darf oder aus andren Quellen „geklaut“ wurde. Die Betreiber der Websites übernehmen in der Regel keine Verantwortung dafür, ob die veröffentlichten Materialien unter der Lizenz veröffentlicht werden durften.

Im Folgenden werden mögliche Quellen und deren Nutzung zur Soundsuche erläutert.

Unsere Empfehlung:

1. Freesound (https://freesound.org/)

Freesound ist eine kollaborative Online-Audio-Sammlung, welche mit drei verschiedenen CC-Lizenzen (CC0, CC-BY, CC-BY-NC) arbeitet und rund 400.000 Sound- und Musikdateien umfasst. Während die Startseite auf den ersten Blick etwas unübersichtlich wirkt, ist der Aufbau von Freesound jedoch sehr pragmatisch gehalten und mit den gängigen Interaktionsoptionen versehen. In der obenstehenden Menüleiste finden sich Inhalte, Informationen und Austauschmöglichkeiten unter den Kategorien Sounds, Forums, People sowie Hilfsfunktionen. Auf der Startseite selbst werden die zuletzt hochgeladenen Sounds samt Verschlagwortung und Informationen zu Titel, Genre, Format und zur jeweils verwendeten CC-Lizenz angezeigt. Außerdem sind erweiterte Such- und Kommentaroptionen sowie eine täglich wechselnde Beispieldatei auf der Startseite verfügbar. Zum freien Download und eigenständigen Hochladen von Audiodateien ist jedoch eine Registrierung und Anmeldung bei Freesound notwendig. Nach dieser verläuft das Herunterladen und Weiterverwenden von Inhalten unter Beachtung der jeweiligen CC-Lizenz einfach und problemlos ab. Neben dem Creative Commons Symbol sind bei jedem einzelnen Upload auf Freesound die genauen Bedingungen zur Weiterverwendung und –veröffentlichung verlinkt und nachzulesen.

 

Aufbau der Seite

2. Jamendo (https://www.jamendo.com/start)

Jamendo ist ein Online-Musikdienst zur Veröffentlichung und zum Herunterladen von GEMA-freier Musik. MusikerInnen ist es dort möglich, eigene Lieder und Werke unter einer der Creative-Commons-Lizenzen veröffentlichen. NutzerInnen dieser Seite können die Audiodateien damit für den privaten Gebrauch kostenlos streamen und herunterladen. Die Musikstücke, welche nicht unter einer freien Lizenz laufen und kommerziell nicht frei nutzbar sind, können nur auf explizite Nachfrage an den/ die KünstlerIn erworben werden. Auf der Startseite von Jemando erhalten NutzerInnen gleich einen Überblick über aktuelle Best Of-Musik, Trends sowie Neuheiten und können bei der Suche zwischen sämtlichen Musikrichtungen auswählen. Für den Download ist keine Kontoerstellung und Anmeldung als Benutzer notwendig, bei dem Vorhaben eines eigenen Uploads dagegen schon. Durch die Unterkategorien Tracks, Alben, Künstler und Kommentare lässt sich die eigene Recherche weiter spezifizieren. Wichtig bei dieser Musik-Plattform ist, dass es sich bei den hochgeladenen Audio-Dateien fast vollständig um (semi-)professionelle Musikstücke und Kompensationen und weniger um Geräuschkulissen handelt. Außerdem sind die Creative Commons Lizenzen größtenteils so gefasst, dass die Musikstücke weder in Videos noch in kommerziellen/professionellen Anwendungen verwendet werden dürfen.

CC-Lizenz auf Jamendo

3. ccMixter (http://ccmixter.org/)

ccMixter.org ist eine Community-Seite, die ihren Fokus auf das gemeinsame Remixen von Musik und Sounds legt. Vor allem werden Samples, Remixes und A cappella-Tonspuren, welche unter einer Creative Commons Lizenz laufen, zum Download sowie zur nicht-kommerziellen Weiterverwendung hochgeladen. So können neu zusammengestellte oder bearbeitete Werke aus den hochgeladenen Tonspuren erstellt und wiederum mit der Community geteilt werden. Die Musik-Community umfasst bereits rund 45.000 Mitglieder und fast 3000 Playlists. Die auf der Startseite obenstehende Menüleiste bietet vielfältige Rechercheoptionen, wobei in den jeweiligen Kategorien sichtbar auf neu hochgeladenes Material hingewiesen wird. Für den freien Download und das Hochladen eigener Tonspuren und Remixes ist eine vorherige, kostenlose Anmeldung in der Community Voraussetzung. Anschließend lassen sich die verschiedenen Musikinhalte dann problemlos downloaden, worauf jedoch stets auf die Bedingungen der hier verwendeten CC BY-NC 3.0 geachtet werden sollte. Demnach ist es Usern erlaubt, die Tonspuren in jedwedem Format oder Medium zu vervielfältigen und weiterzuverbreiten sowie diese zu remixen, zu verändern und darauf aufzubauen, solange eine ausreichende Namensnennung des Urhebers sowie eine nicht-kommerziell Nutzung zugesichert wird.

CC-Lizenz auf ccmixter

4. Free Music Archive (https://freemusicarchive.org/)

Das vom Tribe of Noise betriebene Free Music Archive  ist eine Bibliothek mit legalen Audio-Downloads unter Creative Commons-Lizenz. Das FMA bietet Musikern die Möglichkeit ihre Musik mit anderen unter einer von Ihnen festgelegten CC-Lizenz zu teilen und Teil der Community von über 34,000 Künstlern zu werden . Jeder Künstler hat eine eigenes Profil, auf dessen Seite Informationen zur Person, Alben und Social Media Links zu finden sind. Die Website stellt Musikstücke aus 16 verschiedenen Genres bereit, welche bei der Suche nach gewünschten Lizenzen gefiltert werden können.

5. Soundcloud (https://soundcloud.com/)

SoundCloud ist ein Musikdienst im Internet, der zum Austausch und zur Veröffentlichung von Audio- und Musikdateien dient. Er wird zudem als Werbe- und Kooperationsplattform für MusikerInnen jeglicher Genres verwendet, wobei auch die Verknüpfung mit dem Apple- und Google-Play-Store eine wichtige Rolle spielt. Der Musikdienst bietet die meisten Tonspuren jedoch unter festen Urheberlizenzen an, weshalb solche Werke zwar gratis angehört werden können, jedoch weder heruntergeladen noch weiterverwendet. Nach kostenloser Erstellung eines Nutzerprofils und Anmeldung ist es aber möglich, unter Suchkategorien wie „Free Background Music“ oder „Free Music for Vlogs“ zur Verfügung gestellte Audiodateien mit Klick auf [FREE DOWNLOAD] herunterzuladen und für eigene Veröffentlichungen unter individuellen Lizenzen weiterzuverwenden. Diese Lizenzen müssen bei jedem einzelnen Download zunächst in der jeweiligen Inhaltsbeschreibung des Tracks nachgeprüft werden, um sich selbst in der Weiterverarbeitung der Tonspuren abzusichern.

Lizenzen auf Soundcloud

6. Geräuschesammler (http://www.geraeuschesammler.de/)

Das Projekt Geräuschesammler sowie die gleichnamige Homepage wurde vom Bezirksjugendring Oberpfalz ins Leben gerufen, um Heranwachsende in ihrer Hörwahrnehmung zu fördern und ihnen Kompetenzen zu urheberrechtlichen Lizenzbedingungen zu vermitteln. Sichtlich auch für junge Nutzer und Nutzerinnen konzipiert weist sich die Startseite durch ein freundliches visuelles Design und eine breite Auswahlpalette an Geräusch-Kategorien aus und spricht sich insbesondere für Nutzung der Audiodateien für medienpädagogische Projekte aus. Auf der Homepage kann zu einzelnen Themen gestöbert werden – unter anderem zu Tier- Werkstatt-, Grusel- oder Haushaltsgeräuschen – sowie in der Suchleiste oben rechts gezielt nach bestimmten Geräuschkulissen recherchiert werden. Hat man den passenden Sound für sich gefunden, lassen sich die jeweiligen Tonspuren ohne eine Form von Registrierung einfach per Klick auf [Download] herunterladen und benutzen. Alle Geräusche werden unter einer freien Creative-Commons Lizenz hochgeladen, welche den kostenlosen Download von der Plattform für nicht-kommerzielle Zwecke erlaubt, solange die entsprechende CC-Lizenz bei der Weiterverwendung und –veröffentlichung angegeben wird.

Aufbau der Seite
 

7. Didldu Musik Archiv (https://www.didldu.de/)

Didldu ist eine GEMA freie Online Musik Plattform auf der Musik unter CC-Lizenzen verfügbar ist. Über die dortige Suchfunktion lassen sich gezielt Filter setzten, um Ergebnisse zur gewünschten CC-Lizenz angezeigt u bekommen. Außerdem verfügt die Website über von der Community betriebe Musikforen & Wissensdatenbanken rund um das Thema Musik.

Implikationen für Bildungszwecke

Die Arbeit an Hörspielen und die damit verbundene Suche nach Sounds kann die Eigeninitiative, wie eingangs erwähnt, stärken. Neben der Verwertung der Sounds dieser Suchmaschinen können natürlich auch die Sounds von den Lernenden selbst produziert werden, aber da sich manche Geräusche nur schlecht wiedergeben lassen, können sie eine große Hilfe und auch Inspiration sein.

Die Lehrperson kann dadurch die Medienkompetenz der Teilnehmer fördern und die Stunden abwechslungsreicher gestalten. Wichtig jedoch ist, dass Lehrpersonen auch mit den Inhalten der Seiten vertraut sind und gegebenenfalls als Hilfestellung zur Verfügung stehen, zum Beispiel wenn wie bei den vorgestellten Seiten der Download nicht direkt ersichtlich ist oder die Formate eines Downloads konvertiert werden müssen.

Insgesamt ermöglichen die hier vorgestellten Seiten aber eine weitgehend selbstständige Arbeit zumindest in höheren Klassen. Ob die Soundsuchmaschinen jedoch konkret zum Lehrergebnis erfolgreich beitragen, hängt von deren spezifischen Nutzung ab. Wird nicht zielgerichtet vorgegangen, kann die Suche schnell in Spielereien ausarten und einem qualitativen Ergebnis entgegenstehen. Auch sollten die Seiten zuvor auf die Nützlichkeit und Eignung für die Lerner überprüft werden, denn die Arbeit mit Sounds bindet zeitliche Ressourcen der Arbeitszeit und sollte daher optimal genutzt und geplant werden.

Insgesamt scheinen u.a. folgende Anforderungen an eine Soundbörse für den schulischen Gebrauch wichtig:

  • Übersichtlichkeit der Seite
  • verständliche Sprache (englischsprachige Seiten nur entsprechend den Sprachkenntnissen einsetzten, sonst wirkt es vielleicht verwirrend)
  • Verwendung bekannter Formate wie MP3
  • klare Menüführung, die auch den Weg zum Download ersichtlich werden lässt
  • kostenloser Download
  • freier Zugang zur Suchmaske/ keine Registrierung nötig
  • Materialien der Seiten sollten freien Lizenzen unterliegen und urheberrechtlich in Projekte eingebunden werden dürfen

Schlagworte: internet, Sound, unterrichtsmaterial, Urheberrecht

Kurs WS08

Wir, dass war die Gruppe des Wintersemesters 08 an der Uni zu Köln.

3 Gedanken zu „Suchmaschinen für Soundmaterial und Soundeffekte zu Bildungszwecken

  • 18. November 2009 um 09:52
    Permalink

    Ich denke man kann vor allem mit jüngeren Schülern (auch im sonderpädagogischen Bereich) Sounds selber erstellen. Wirkt motivierend, macht Spaß und zeigt, wie leicht man bei der Untermalung mit Geräuschen tricksen kann (so kann z.B. das schnelle Luft einziehen durch die Nase wie das Verschieben von Gardinen klingen, der Biss in den Apfel als verlangsamter Sound wie ein Erdbeben klingen)

  • 24. Mai 2020 um 15:15
    Permalink

    Gute zusammenstellung.

    Ich glaube CC0 mit Freesound ist am einfachsten . Die Auswahl ist hier riesig.
    Ansonsten immer eher auf Freesound nach CC-BY als CC-BY-NC suchen. Letzeres ist nur eine unnötige Einschränkung.

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