Suchmaschinen für Kinder und Grundschule im Vergleich

18. Februar 2009 | Von | Kategorie: Medien finden, Medienpädagogisches

In dem Artikel werden folgende Kindersuchmaschinen und -portale kurz vorgestellt:

Unter diesen werden zwei Favoriten ausgewählt, die besonders gut geeignet scheinen um mit Grundschülern die ersten Schritte im Internet zu wagen.

In der heutigen Zeit ist die Arbeit mit dem Computer unerlässlich und die Nutzung des Internets als Informationsquelle ein wichtiges Medium um auf dem aktuellen Stand des Geschehens zu bleiben. suchmaschine_kidsDaher ist es von besonderer Relevanz schon in jungen Jahren mit der Förderung bezüglich des neuen Mediums „Internet“ zu beginnen. Leider trifft man im World Wide Web, wie auch im richtigen Leben nicht nur auf Gutes.  Hinter Links können sich leicht Gefahren für Kinder verbergen, sei es sexueller, pornographischer oder gewaltverherrlichender Art, vor denen sie Schutz benötigen. Durch die Entwicklung von Kinderwebsites, die speziell für Kinder entwickelte Suchmaschinen beinhalten, wird versucht dieser Schutz zu gewährleisten. Sie sind ähnlich wie die Erwachsenen-Suchmaschine „Google“ aufgebaut, sollen aber nur bestimmte, für Kinder unbedenkliche und pädagogisch wertvolle Seiten speichern und aufrufen.  Im folgenden Bericht werden verschiedene Kinderseiten mit Suchfunktionen vorgestellt und hinsichtlich ihrer Sicherheit der Suchbegriffe, ihrer kommerziellen Ausrichtung sowie ihres Angebots und ihrer visuellen Gestaltung bewertet.

Blinde Kuh: Favorit 1

Hinter der Seite www.blindekuh.de verbirgt sich eine Internetseite für Kinder im Alter von 6-14 Jahren mit integrierter Suchmaschine. Ihr Name geht auf das bekannte Kinderspiel „Blinde Kuh“ zurück. Das Projekt dieser Suchmaschine wurde 1997 von Birgit Bachmann gegründet und ist bis heute ehrenamtlich.

Die „Blinde Kuh“ ist die erste deutschsprachige Suchmaschine für Kinder und wird seit 2002 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Ihr Betreiber ist der gemeinnützige Verein Blinde Kuh e.V. Die „Blinde Kuh“ ist allgemein als äußerst sichere Suchmaschine bekannt. Sie betreibt strengen Datenschutz, sodass Kinder im Internet anonym bleiben. Daten die von Kindern in die Suchmaschine eingegeben werden, werden aus diesem Grund nicht gespeichert. Ebenfalls unterliegen Internetseiten, die in die Suchmaschine aufgenommen werden, strengen Aufnahmekriterien. Zum einen überprüft die Redaktion, ob die Seiten für Kinder interessant sind, zum anderen müssen sie frei von Werbung sowie gewaltverherrlichenden, pornographischen oder ganz einfach für Kinder unangemessenen Inhalten sein. Die Blinde Kuh zählt zu einen der wenigen nicht-kommerziellen, werbefreien Internetseiten für Kinder. Sie hat einige Kooperationen zu anderen Internetseiten, die als kindermedienfreundlich gelten. Darunter fallen Wdr5 Lilipuz, SWR Kindernetz, ZDF tivi sowie die BR Kinderinsel. Neben der Suchmaschine findet man auf dieser Internetseite ein vielfältiges Angebot an Spielen, Nachrichten, Rezepten und sogar einen Chat („Seitenstark“) für Kinder. In Punkto Sicherheit, Angebot sowie Qualität der Sucherergebnisse ist diese Seite als sehr gut zu bewerten. Nicht umsonst erhielt die „Blinde Kuh“ daher seit ihrer Entstehung schon mehrere Auszeichnungen.

Helles Köpfchen: Favorit 2

Die Internetseite www.helles-koepfchen.de ist ähnlich wie die „Blinde Kuh“ mit zahlreichen Angeboten wie Spielen, Nachrichten und Informationen für Kinder aufgebaut. Bezüglich ihrer besonders guten graphischen Gestaltung erhält sie noch einen Pluspunkt mehr als die „Blinde Kuh“. Sie richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 8-16 Jahren.

Auch hier gelten strenge Aufnahmekriterien für neue Internetseiten, die in die Suchmaschine aufgenommen werden. Die Redaktion prüft jede Seite, die von „Helles Köpfchen“ aufgerufen werden soll sorgfältig, ob sie den Ansprüchen zur Aufnahme entspricht.

Einziger Kritikpunkt dieser Internetseite ist, dass sie sich über Werbung finanziert. Diese fällt auf den ersten Blick nicht ins Auge, ist dementsprechend gering. Des Weiteren wird auf der Seite betont, dass gegenüber den Nutzern, wo es notwendig erscheint, eine kritische Anschauung zu bestimmten Werbeprodukten vermittelt wird. Somit zählt sie zu den sicheren und mit ihren qualitativ ansprechenden Beiträgen zusammen mit der „Blinden Kuh“ zu einer der besten Kindersuchmaschinen. „Helles Köpfchen“ wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2007 mit der GIGA-Maus für „das beste Nachschlagwerk“.

Milkmoon

www.milkmoon.de ist eine Internetseite mit Suchmaschine, die sich an Kinder im Alter von 7-14 Jahren richtet. Hier gibt es ebenfalls viele Informationen, Spiele und sonstige Anregungen für junge Menschen. Sie finanziert sich genau wie „Helles Köpfchen“ über Werbung, was sofort beim Durchstöbern der Seite auffällt. Seiten, die in die Suchmaschine mit aufgenommen werden, unterliegen auch hier strengen Auswahlkriterien. Sie müssen den Anforderungen des Jugendschutzes entsprechen.

Seiten mit Verlinkungen, die erotische, pornographische oder gewaltverherrlichende Inhalte enthalten, werden nicht in die Suchmaschine mit einbezogen. Anders sieht es mit Seiten aus, die Shops enthalten. Sie können in Ausnahmefällen (wenn sie ansonsten pädagogisch wertvoll sind) mit in die Suchmaschine einfließen. Dies kann sich wiederum bewusst oder unbewusst, negativ auf das Konsumverhalten von Kindern auswirken. Ein zweiter Punkt der zu kritisieren ist, ist dass auf Milkmoon Daten gespeichert werden, da für gewisse Dienste eine E-Mail Adresse erforderlich ist. Es heißt zwar, dass die Daten nicht an Dritte weitergegeben werden, trotzdem ist die Datenspeicherung als weitere Sicherheitseinschränkung anzusehen.

Trampeltier

www.trampeltier.de zählt zu den Kindersuchmaschinen, ist aber auf keinen Fall für Kinder zu empfehlen. Die Seite ist übersät von Werbung, durch die sie finanziert wird. Es befindet sich mehr Werbung als Informationen für Kinder auf dieser Seite. „Trampeltier“ ist weder visuell ansprechend, noch besonders sicher.

Überall locken Angebote zu den neusten Spielsachen und innerhalb weniger Klicks landet man auf Angeboten, die sexuelle Inhalten zum Thema haben. Gibt man beispielsweise einen sexuell anstößigen Begriff  in die Suchmaschine ein, so wird zunächst angezeigt, dass keine Inhalte zu diesem gefunden wurden. Darunter befindet sich aber ein Hinweis mit den Worten „Hat die Suche nichts ergeben? Versuchs mal hier“. Wenn man dort den besagten Begriff eingibt, kommt man auf die Seiten mit den oben erwähnten sexuellen Inhalten. Außerdem erhalten Kinder auf www.trampeltier.de direkten Zugang zur Suchmaschine Google. Wer seinen Kindern also einen sicheren Weg in die Welt des Internet eröffnen möchte, sollte sich vorher gut überlegen, ob www.trampeltier.de der passende Wegweiser dafür ist.

Frag Finn

www.fragfinn.de richtet sich an Kinder im Alter von 6-12 Jahren. Diese Website wurde 2007 von der Bundeskanzlerin unter der Initiative „Ein Netz für Kinder als erster geschützter Surfraum für Kinder in Deutschland begrüßt. Die Seite bietet viele Spiele, Informationen, Nachrichten sowie den Chat „Seitenstark“. Die Suchmaschine auf www.fragfinn.de verfügt über eine sogenannte Whitelist, in der nur unbedenkliche Internetseiten für Kinder, die zuvor von Medienpädagogen genehmigt wurden, gespeichert werden.

Das Projekt „Frag Finn“ wird über verschiedene Werbepartner wie AOL Deutschland, Arcor, Bauer Verlag, Cybitis AG, Deutsche Telekom AG und viele weitere finanziert. So sicher diese Suchmaschine auch gilt, Sicherheitslücken treten trotz alledem hin und wieder auf. Gibt man auch hier ein sexuell anstößiges Wort in die Suchmaschine ein, so stößt man auf Links, die zu Seiten mit für Kinder im Grundschulalter bedenklichen Inhalten führen. Eltern und Lehrern, die über „Frag Finn“ oder andere Kindersuchmaschinen auf solche Inhalte stoßen, wird empfohlen dies bei der Redaktion der zuständigen Seite zu melden. Sie überprüft die fragwürdigen Links und nimmt sie gegebenenfalls von der Whitelist bzw. löscht sie aus der Suchmaschine.

Fragfinn bietet auch eine Software an, welche anhand dieser Whitelist auf dem PC eine umfassende Inhaltskontrolle für Kinder einrichtet. Die Inhaltsfilter Software wird hier in unserem Praxistext ausführlicher vorgestellt.

Fazit

Im Vergleich der verschiedenen Suchmaschinen schneiden die „Blinde Kuh“  und  „Helles Köpfchen“ bezüglich der Kriterien Sicherheit, Qualität der Suchergebnisse und pädagogisch wertvolles Angebot für Kinder mit Abstand am besten ab.

Bei der Nutzung von „Milkmoon“ und „Frag Finn“ sollte man hingegen vorsichtiger sein. Werbelinks auf www.milkmoon.de können zu Internetshops führen und auf www.fragfinn.de können hier und da Sicherheitslücken hinsichtlich der von der Suchmaschine aufgerufenen Links auftreten.

Trampeltier“ ist als „kinderuntauglich“ in Bezug auf Sicherheit und Qualität der Suchergebnisse (hier werden sehr häufig Links für Werbeprodukte aufgelistet) sowie wenig ansprechend in Hinblick auf Gestaltung und Angebot der Website zu bewerten.

Allgemein kann die Nutzung von Kindersuchmaschinen, die ich durch den Intel-Kurs kennengelernt habe, um Kinder an den sicheren Umgang mit dem Internet heranzuführen eine gute Sache sein, vorausgesetzt man hat sich als Elternteil bzw. Lehrer ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und weiß auch über eventuelle Gefahren bescheid.

Bevor man man als verantwortungsvoller Pädagoge/verantwortungsvolle Pädagogin seine die Schutzbefohlenen Kinderseiten im Internet erforschen lässt, sollte  am besten selbst vorher in diese hineingeschaut haben. Das Angebot ist groß und wie in diesem Artikel aufgezeigt werden konnte unterscheiden sich die Anbieter.

weiterführende Links zum Artikel:

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5 Kommentare auf "Suchmaschinen für Kinder und Grundschule im Vergleich"

  1. Sonnenmu sagt:

    Im Fazit steht, Fragfinn hätte Lücken.
    Das kann ich nicht bestätigen..
    Fragfinn funktioniert bei meinen beiden Söhnen wunderbar.
    Allerdings habe ich es so eingestellt, dass sie nur bestimmte Seiten besuchen dürfen.
    Das wäre vielleicht eine Anregung für andere Eltern oder auch Lehrer.

    Viele Grüße,
    Sonja M.

  2. nunzia sagt:

    das ist aber schade das nur bestimmte seiten besucht werden dürfen schon unfair

  3. […] medienkindheit.de – Vergleich von 5 Suchmaschinen aus dem Jahr 2009 […]

  4. martina k.-albrecht sagt:

    Für meine Schüler (4. Klasse) finde ich Helles Köpfchen am besten!
    FragFinn hat noch nicht genug Kinderseiten gelistet, deshalb ist sie z.Zt. noch recht unbrauchbar!
    Leider (!) gibt es Milkmoon nicht mehr. Diese war sehr gut! Es wurden gute Kinderseiten gefunden!
    Blinde Kuh ist auch gut.
    Trampeltier hat noch nicht einmal eine Kinderseite für bspw. „Leonardo Da Vinci“ registriert (oder Ähnliches). Also auch unbrauchbar!
    Freundliche Grüße
    m. k.-albrecht

  5. wokisu sagt:

    Aufschlussreicher Test, der bestätigt, warum wir eine neue Suchmaschine für Kinder ins Netz gestellt haben. Alle hier aufgeführten Suchmaschinen haben ihre Lücken und sind zum Teil mit Vorsicht zu geniessen, da (wenn man mal intensiv sucht) auch Seiten gefunden werden, die definitiv nichts für Kinder sind. Bei wokisu haben wir besonderen Wert darauf gelegt, dass handverlesene Webseiten gecrawlt werden, deren Inhalte für Kinder unbedenklich sind – gleichzeitig werden bei uns wesentlich mehr Suchergebnisse gefunden, als bei den bereits etablierten Kindersuchmaschinen.

    Wir freuen uns auf das nächste Update dieses Tests! 😉

    Christian Krüger – wokisu.de

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