Internetbeschwerdestelle „jugendschutz.net“ – verbotene Inhalte melden!

12. Dezember 2008 | Von | Kategorie: Medienpädagogisches

Die Nutzung des Internets ist aus dem heutigen Alltag kaum mehr wegzudenken. Es zählt mittlerweile zu den wichtigsten Kommunikationsmedien, unterstützt und entlastet den Arbeitsalltag und ist in fast jedem Privathaushalt zu finden.

Jedoch sollte mit dem Umgang des Internets auch beachtet werden, dass sich hier Inhalte erschließen, welche im herkömmlichen Fernsehen nie vorzufinden wären. Viele Kinder und Jugendliche erkunden die grenzenlosen Tiefen des www und es kommt nicht selten vor, dass sie auf zumindest jugendgefährdende Internetangebote stoßen.

Im weltweiten Netz sind damit folgende gemeint:

  • pornografische Inhalte
  • rechtsextreme Inhalte
  • Gewalt verherrlichende Inhalte

Um diese Inhalte für Kinder und Jugendliche unzugänglich zu machen, bzw. diese aus dem Internet zu entfernen bietet die Internetseite „jugendschutz.net“ Unterstützung an.

Jugendschutz.net – die Jugendschutzeinrichtung der Länder

Die Seite wurde im Jahr 1997 von den Jugendministerien aller Bundesländer gegründet „um jugendschutzrelevante Angebote im Internet (so genannte Telemedien) zu überprüfen und auf die Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen zu drängen“ (über Jugendschutz.net).

Zielsetzung ist die Durchsetzung der Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen im Internet wie sie etwa in den in „traditionellen Medien“ wie Fernsehen und Radio von staatlicher Seite erfolgt.

Genauere Details und Informationen über den Auftrag, die Arbeitsweise und die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) finden sich auf der Seite jugendschutz.net.

Die Handhabe der Seite selbst ist schlicht, noch übersichtlich und bietet neben Informationen und Materialien auch die Möglichkeit den Jugendschutz aktiv durch persönlichen Mitwirken zu unterstützen.

So steht es allen Internetnutzern offen, sofern sie eine bedenkliche Seite im Internet gefunden haben, diese direkt zur Prüfung bei Jugendschutz.net einzureichen.

Die Hotline / Beschwerdestelle von Jugendschutz.net

Das Verfahren des Meldens von jugendgefährdenden Inhalten (Linkbeschriftung „Hotline“)  ist einfach und mit wenig Aufwand verbunden.

Es besteht die Möglichkeit einer anonymen Angabe, welche entweder über das Beschwerdeformular via Internet oder direkt über Email versendet werden kann.

Meinen eigenen Erfahrungen nach beschäftigt sich „jugendschutz.net“ intensiv mit Beschwerden und informiert auch den Einreicher ausführlich über den Erfolg/ Misserfolg seiner bei der Hotline eingereichten Fälle.

Positiv ist auch die Tatsache zu bewerten, dass in der Signatur der Mitarbeiter eine Hotlinenummer und der Realname des jeweiligen Mitarbeiters steht, so dass dieser auch in Belangen des eingereichten Falles über Telefon kontaktiert werden kann.

Handreichungen und Materialien

Neben dem Angebot der Hotline/ Beschwerdestelle wird dem Besucher der Seite auch ein großer Pool von Materialien und aufklärenden Informationen zur Verfügung gestellt. Die Seite bietet sich auch für Lehrkräfte an, die in ihrem Unterricht die Medien Computer und Internet verwenden möchten und Informationen über den Problemkreis der Jugendgefährdenden Inhalte im Internet benötigen

Auf der Startseite erhält man bereits die neusten Informationen über das Geschehen um jugendgefährdende Seiten, außerdem gibt es dort Links zu weiterführenden Seiten. Zusätzliche Informationen erhält man über die auf der linken Seite eingeblendeten Buttons der Startseite. Diese sind derzeit:

  • „Gewaltdarstellungen“,
  • „Rechtsextremismus“ und
  • „Hilfe für Eltern“.

Die Institution Jugendschutz.net:  Mitarbeiter, Finanzierung und Erfolge

Auf der Seite finden sich historische Jahresberichte der Plattform, die zum Beispiel Aufschluss darüber geben, wie viele Menschen sich an diese Seite wendeten, um beispielsweise Anfragen zu stellen und verdächtige Seiten zu melden. Auch die Entwicklung der Verstöße im Internet wird hier historisch dargestellt.

Leider finden sich hier keine aktuellen Jahresberichte zur Tätigkeit von Jugendschutz.net (Stand 3/2009), sondern nur ein alter Bericht aus dem Jahr 2006 . Es ist zumindest erstaunlich, dass eine Einrichtung die exponiert in der Öffentlichkeit steht, nicht aktuelle Jahresberichte auf ihrer Seite liefert.

Dank der gestiegenen Sensibilität der Öffentlichkeit und des erhöhten Bekanntheitsgrades der Beschwerdestelle kann „jugendschutz.net“ steigende Zahlen von Hinweisen aus der Bevölkerung vermerken. Die Hinweise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 53% an. Auch hier ist wieder festzuhalten, dass zumeist pornographische oder kinderpornographische Angebote gemeldet wurden.

Die Plattform nimmt nicht nur Hinweise entgegen, sondern bearbeitet auch gestellte Anfragen.

Im Jahr 2006 wurden ca. 2.000 Anfragen von beispielsweise Schulen, Jugendämtern oder Medienvertretern bearbeitet. Geläufige Themen sind unter anderem technische Schutzmaßnahmen, rechtliche Regelungen oder Verantwortlichkeit im Internet.

Für die Kontrolle und Beseitigung von Missbrauch im Internet wird versucht durch gezieltes exemplarisches Handeln, Konzentration auf jugendschutzrelevante Angebote, vielfältigen Kooperationen und Kommunikation mit wichtigen Schnittstellen vorhandene Ressourcen möglichst effektiv einzusetzen.

So versucht „jugendschutz.net“ mit wichtigen Schnittstellen im Internet im Gespräch zu bleiben (z.B. große Portale, Suchdienste). Gerade die flüchtigen Dienste des Internets (z.B. Chats) lassen sich von außen kaum kontrollieren. Hier ist es erklärtes Ziel in der Kooperation mit Betreibern neue Verfahrensweisen zu entwickeln, wie der Jugendschutz besser berücksichtigt werden kann.

Die Mitarbeiter setzten sich aus verschiedenen Fachbereichen zusammen. Insgesamt sind nach Eigenauskunft ca. zwei Dutzend Mitarbeiter mit Vollzeit- und Teilzeitverträgen bei „jugendschutz.net“ angestellt. Unter anderem:

  • drei Juristen,
  • Pädagogen,
  • Kommunikationswissenschaftler
  • studentische Hilfskräfte

Aufgrund der anhaltenden Problematik  ist ein deutlicher Zuwachs der Mitarbeiter zu vermerken.

Anfangs startete „jugenschutz.net“ nur mit einer Hand voll Mitarbeiter, die sich im Laufe der Zeit zu mehreren Teams entwickelte, welche sich mit Rassismus und Gewalt im Netz, den großen Bereich Pornographie und Kinderpornographie, der Analyse von Filterprogrammen, Chats für Kinder und empfehlenswerte Kinderangebote auseinander setzen.

Die Grundfinanzierung erhält „jugendschutz.net“ von den obersten Landesjugendbehörden.

Außerdem gibt es weitere Finanzierungen, die sich aus verschiedenen Projekte zusammen setzen:

„Die finanzielle Ausstattung für die Recherche zum Rechtsextremismus kommt von der Bundeszentrale für Politische Bildung, Geld für die Hotline kommt unter anderem von der Kommission für Jugendmedienschutz, die „jugendschutz.net“ zuarbeitet; im KJM-Prüflabor werden Filter- und Altersverfikationssysteme geprüft. Für die positiven Kinderangebote gibt es Geld vom Familienministerium; fürs neuste Chatprojekt, in dem man gerade den dritten Workshop mit Chatbetreibern plant, kommt unter anderem von der Landesanstalt für Kommunikation in Baden-Württemberg auf. EU-Mittel ergänzen den Mix“

(vgl. http://www.heise.de/ct/Jugendschutz-Selbstverpflichtung-fuer-Provider-und-weitergehende-Verantwortlichkeitsregelungen–/artikel/91599).

Fazit

Insgesamt kann festgehalten werden, dass „jugenschutz.net“ eine in meinen Augen sehr gute Adresse ist, an die man sich wenden kann, wenn man einen Verdacht bezüglich jugendgefährdender Seiten hat oder sich über den Jugendschutz im Internet informieren möchte. Auf der Website von Jugendschutz.net  erhält man auch  erste Tipps, welche Seiten für Kinder und Jugendliche geeignet sind.

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  1. Gewaltverherrlichender Blog, SvV

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