Creative Commons – eine Chance für das Internet

18. Oktober 2009 | Von | Kategorie: Medienpädagogisches

Es gibt im Internet viele Möglichkeiten sich zu verwirklichen. Doch so zahlreich diese Möglichkeiten sind, so zahlreich sind auch diejenigen sich strafbar zu machen. Viele Menschen die Bildmaterial, Texte oder Musik über das Internet besorgen wissen gar nicht, dass sie sich eventuell damit schon strafbar gemacht haben. Dieser Artikel soll ein Leitfaden werden und versuchen die Chancen und Risiken der so genannten Creative Commons durchsichtiger für jedermann zu machen. Er soll helfen Missverständnisse zu vermeiden und verhindern dass Benutzer unwissentlich geschütztes geistiges Eigentum stehlen.

Doch wo liegt das Problem, Sachen aus dem Internet einfach zu verwenden?

Das Problem liegt in erste Linie darin, dass jegliches geistiges Eigentum eines Menschen, das er selbst verfasst oder hergestellt hat, in Deutschland dem Urheberrechtsgesetz unterliegt. Dieses Gesetz regelt ganz klar was, wann, und warum welche Inhalte geschützt werden und wer der Urheber dieses Inhaltes ist.

Nun kommt natürlich bei vielen Internet – Nutzern immer wieder der Irrglauben auf, dass jemand der Material ins Internet stellt freiwillig auf sein Urheberrecht verzichtet, weil er ja weiß das es im Internet beliebig runtergeladen und genutzt werden kann. Doch dieser Trugschluss gefährdet als erstes die Legalität der Handlungen von Internetbenutzern; denn: Auch wenn jemand seine Sachen ins Internet stellt verzichtet er keines Falls auf sein Urheberrecht, denn dieser Fall ist erst gar nicht im Urheberrecht vorgesehen. Sogar die Übertragung des Urheberrechts  auf andere Personen ist nach § 29 UrhG ausgeschlossen.

Was jedoch sehr wohl im Urheberrecht verankert ist, ist die Möglichkeit die Verwertungsrechte an seiner Arbeiten zu übertragen und  zwar in Form von Nutzungsrechten. Hier muss jedoch der Willen des Rechtsinhabers klar gemacht werden und dies ist nicht konkludent zum einstellen der Sache in das World Wide Web. Der Rechteinhaber muss klar zum Ausdruck bringen, dass er mit der Nutzung durch Dritte einverstanden ist, und dies geschieht nur durch eine Art Vertrag der festgesetzt werden muss. Und hier kommen die „Creative Commons“ ins Spiel. 

Was genau sind nun  die Creative Commons ?

Die Creative Commons(engl.: Schöpferisches Allgemeigut; Allmende) ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die es sich zum Ziel gemacht hat die Verbreitung und Veröffentlichung von digitalen Medieninhalten zu erleichtern.

Wie geschieht das genau?

Die CC (Creative Commons) stellt ihren Nutzern sechs verschiedene Standardlizenzen zur Verfügung, die die oben genannte Abtretung der Nutzungsrechte übernehmen. Hierbei tritt die CC selbst weder als Verwerter noch als Verleger von Inhalten auf und ist auch nicht der Vertragspartner der Urheber oder Rechteinhaber. Jeder Rechteinhaber entscheidet selber wie weit er anderen Personen im Internet gestattet seine Inhalte zu verwenden und zu verändern. Dies wird jedoch später anhand der Vorstellung der Lizenzen genauer beschrieben.  Bei diesen Lizenzen handelt es sich um Erweiterungen der Nutzungen, die das Urheberrechtsgesetz ohnehin erlaubt.

Doch wie komme ich nun dazu eine solche Lizenz zu verwenden bzw. erteilen??

Es ist im Grunde genommen sehr einfach sich die von den Creative Commons vorbereiteten Lizenzen zu besorgen, bzw. die selbst erstellten Arbeiten zu lizenzieren. Wichtig zu erwähnen ist im Vorfeld das das Urheberrecht das man nach dem deutschen Recht an seinem geistigen Werk hat in keinster Weise durch die CC -Lizenz beschnitten oder eingeschränkt wird. Auf der Homepage der CC ist alles haarklein beschrieben was zu beachten ist und welche Genehmigungen man durch das verteilen der Lizenz anderen Usern erteilt.

Wichtig  ist des Weiteren zu erwähnen, dass bestimmte Voraussetzungen  gegeben sein müssen bevor man solche Lizenzen rür sein eigenes Werk erteilen darf.

  1. Die Arbeit die lizenziert werden soll muss dem Urheberrecht unterliegen. Dies ist dann der Fall, wenn es sich um Bücher, Filme, Webseiten und jede andere Form von Medien handelt.
  2. Man muss selbst natürlich der Rechteinhaber sein, da man sonst gegen das Urheberrechtsgesetz verstoßen würde.
  3. Man sollte verstehen wie die Creative Commons funktioniert, was das Ziel dieses Artikels ist.
  4. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass man die Lizenz die man über Creative Commons vergeben hat jederzeit widerrufen kann, ABER es ist nicht möglich jemanden der die Vorlage bereits unter der Lizenz bearbeitet oder verwendet davon abzuhalten dies weiter zu tun.   D.h. sollte jemand ihre Arbeit bereits benutzen bevor sie die Lizenz wieder entziehen, darf dieser jemand trotzdem weiter ihre Arbeit verwendet. Für weitere Informationen hierüber http://wiki.creativecommons.org/Before_Licensing

creative-commons2Hat man sich nun entschieden den Inhalt freizugeben, so kann man auf der Seite der Creative Commons( www.creativecommons.de; für die deutschsprachige Ausführung) ganz einfach seine Arbeit zu  lizenzieren.  

Quelle: http://creativecommons.org/choose/ 

Dies zeigt wie einfach die Lizenzierung von eigenen Inhalten ist. Man beantwortet einfach die Fragen, beschreibt um was für eine Arbeit es sich handelt und klickt auf  Lizenzvertrag auswählen. Danach wir einem zur Bestätigung noch einmal gezeigt um welche Lizenz es sich handelt die man ausgewählt hat.

creative-commons3

Quelle: http://creativecommons.org/choose/results-one?q_1=2&q_1=1&field_commercial=yes&field_derivatives=yes&field_jurisdiction=de&field_format=&field_worktitle=&field_attribute_to_name=&field_attribute_to_url=&field_sourceurl=&field_morepermissionsurl=&lang=de&language=de&n_questions=3

Doch was für Lizenzen kann ich überhaupt vergeben??

Insgesamt bietet die CC derzeit sechs verschiedenen Arten zur Verfügung wie man seine Inhalte lizenzieren kann.

1.    Namensnennung

Wird eine solche Lizenz erteilt muss der Nutzer der den Inhalt weiter bearbeitet den Namen des Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen. Diese Werke dürfen vervielfältig, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, sowie darf der Inhalt berabeitet und abgewandelt werden.

2. Namensnennung und keine Bearbeitung

Hierbei muss der Name des Rechteinhabers genannt werden und der Inhalt darf nicht verändert werden. . Diese Werke dürfen vervielfältig, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden,

3. Namensnennung und nicht kommerziell

Der Name des Rechteinhabers muss genannt werden und der Inhalt darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. Diese Werke dürfen vervielfältig, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, sowie darf der Inhalt bearbeitet und abgewandelt werden.

4.  Namensnennung sowie nicht kommerziell und keine Bearbeitung s. Erläuterungen weiter oben

5. Namensnennung sowie nicht kommerziell und Weitergabe unter gleichen Bedingungen

Hierbei wird die Lizenz dadurch weiter eingeschränkt, dass man zwar den Inhalt bearbeiten darf, man muss jedoch diesen neuen Inhalt unter den gleichen Bedingungen wie dem Ursprungsinhalt weitergeben

6. Namensnennung und Weitergaben unter gleichen Bedingungen

s. Erläuterungen oben

In wie weit sind Creative Commons wichtig für z.B. den Lehrerberuf?? 

Die Creative Commons geben Menschen einfach Möglichkeiten an die Hand sich nicht strafbar zu machen wenn man Inhalte aus dem Internet nutzen möchte. Lehrer sind in soweit eine gefährdete Berufgruppe, da sehr viele Inhalte die man im Internet findet und die man im Unterricht verwenden möchte urheberrechtlich geschützt sind und somit nicht ohne weitere für Arbeitsblätter oder sonstiges genutzt werden dürfen.

Vielen Lehrer ist bestimmt nicht bewusst das wenn sie Unterrichtsmaterialien einfach so übernehmen, dies bereits ein Rechtsverstoß ist der abseits aller „Unterrichtspraxis“ mit einer Geldstrafe belegt werden kann.  Die Creative Commons bietet somit, dass dem modernen Lehrer die Angst immer mit einem Fuß im Gefängnis zu stehen, ein wenig genommen werden kann.

Es gibt jetzt schon eine Fülle von Suchmaschinen mit Creative Commons Inhalten die unter Einhaltung der Lizenzen ohne weitere Probleme genutzt werden können, und dies sollte in Zukunft Lehrer davor bewahren sich unbewusst strafbar zu machen.

Gastautor: Sascha Kuchenbecker

Links und weiterführende Ressourcen:

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Ein Kommentar auf "Creative Commons – eine Chance für das Internet"

  1. Mr. D sagt:

    Ganz nett, wenn man sich was bekannter machen will. Jedoch weiß ich nicht, ob auch Musiker, die ihr Herzblut in ihre Songs reinlegen, einfach creative commons nutzen sollten / wollen. Aber naja, mit dem Copyright ist das ja eh so eine Sache!

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