Videotutorial: Photofiltre Workshop – Erstellen einer Bildmanipulation mit den Simpsons Comicfiguren

31. Mai 2010 | Von | Kategorie: Medien kreativ

Digitale Manipulation, Fakes und Fälschungen: ein Thema für den Unterricht?

Jeder kennt die Redewendung „Erzählen kannst du viel, wenn der Tag lang ist“. Klar, jeder weiß aus seinem Schulunterricht, dass mündliche Quellen eher unzuverlässig sind. Zu leicht werden Überlieferungen ausgeschmückt und im Sinne des Erzählers verändert. Anders verhält es sich mit Bilder, oder? Bis vor 20 Jahren stand ein Bild immer für das absolut Wahre. Ein Bild konnte nicht verändert oder beschönigt werden. Einmal gemacht zeigte es für immer, was sich in der abgebildeten Situation abgespielt hatte.

Heute ist das anders. In der Welt der digitalen Photographie sind Bilder manipulierbar geworden. Dazu genügt der Blick auf das Cover einer Zeitschrift und auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass die Bilder der abgebildeten Personen manipuliert wurden. Oder doch nicht? Teilweise sind die Bildbearbeitungsmöglichkeiten heute so gut, dass der Unterschied zwischen einem Original und einem veränderten Bild kaum noch zu erkennen ist.

Die moderne Bildbearbeitung bietet natürlich noch vielfältige weitere Möglichkeiten. Dabei ist die Manipulation des Betrachters nicht der ausschließliche Grund.

Bildbearbeitung als Thema  im handlungsorientierten Schulunterricht

Gerade für den handlungsorientierten Schulunterricht ergeben sich im Bezug zum Thema der digitalen Bildbearbeitung zahlreiche Einsatzmöglichkeiten und Anknüpfpunkte.

Zunächst einmal bietet sich natürlich eine Verwendung von Bildbearbeitungsprogrammen im Kunstunterricht an. Hier kann zum Beispiel von den unterschiedlichen Filtern, die solch ein Programm anbietet, Gebrauch gemacht werden. In diesem Zusammenhang würde Bildbearbeitung als Werkzeug der Kunst genutzt, gleichzeitig aber auch selbst in gewisser Weise zu Kunst gemacht.

Des Weiteren kann der Lehrer an dieser Stelle ausführen, wie stark die Bedeutung des Internets in den letzten Jahren zugenommen hat und es in Zukunft zu den erforderlichen Kompetenzen eines Schülers gehören wird, etwa eigene Bildmaterialien zu gestalten. So gehören zu einer guten Internetseite  oder  Bewerbungsmappe natürlich auch Bilder. Wie Bilder  internettauglich gemacht werden kann etwa im Unterricht erlernt werden.

Schließlich gehört es heute zum Alltag eines Schülers, Präsentationen etwa mit PowerPoint für den Unterricht zu entwerfen. Oft sind diese jedoch langweilig und bestehen ausschließlich aus Text. Abhilfe kann an dieser Stelle durch das Einfügen ansprechender Bilder oder Illustrationen geschaffen werden. Diese wiederum sind in der Dateigröße oft sehr groß und sorgen dafür, dass das Versenden der Präsentation per E-Mail unmöglich wird, oder das die Bilder, welches eigentlich gezeigt werden sollten, nicht gefunden werden. Auch hier kann ein Bildbearbeitungsprogramm Abhilfe schaffen. Bilder können ohne Probleme verkleinert werden oder es wird nur ein bestimmter für die Präsentation erforderlicher Bestandteil des Bildes ausgeschnitten und verwendet.

Videotutorial: Workshop Bildmanipulation – Erstellen einer Fotomontage mit Photofiltre

An vielen Schulen existieren Schulzeitungs-AG. Noch mehr Schulen erstellen sogenannte Jahrbücher in denen auf witzige Art und Weise die gemeinsame Schulzeit reflektiert wird. Dieser Screencast soll eine Möglichkeit aufzeigen, wie auch Laien schnell und effektiv leicht eine Bildmanipulation gelingen kann.

Aufhänger für das unten stehende Videotutorial soll ein Setting sein, in der eine Collage des Klassenlehrers angefertigt wird in welcher dieser in die Familie Simspon (Tv-Serie) eingegliedert wird.
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Abfolge der Sequenzen: Fake erstellen in Photofiltre mit dem „Clonestempel“

  • Zunächst muss ein Bild ausgesuchet werden, dass anschließend bearbeitet werden soll. und  im Anschluss im TIFF Format gespeichert wird Dieses Format ist für die Bildbearbeitung besonders geeignet, weil es eine Komprimierung ohne Verluste erlaubt und somit für die Bearbeitung optimal ist. Nachteil dieses Formats ist, dass es mehr Speicherplatz als etwa Dateien des JPEG Formates benötigt, weshalb das Bild abschließend auch wieder im JPEG Format gespeichert werden sollte.
  • Nun soll aus dem geöffneten Bild einen Ausschnitt freigestellt werden. Dazu wird am rechten Bildschirmrand die Funktion Lasso ausgewählt und mit der Maus der Bildschirmabschnitt abgefahren, der kopiert werden soll.
    Wichtig dabei ist, dass durch Drehen am Mausrad möglichst weit in das Bild hineingezoomt wird, da so genauer gearbeitet werden kann und das Ergebnis deutlich besser ausfallen dürfte als ohne zoomen. Nun kann der ausgewählten Bildausschnitt unter Rechtsklick kopiert, dann ein anderer Hintergrund ausgewählt und schließlich durch Rechtsklick einfügen den kopierten Bildausschnitt vor dem neuen Hintergrund eingefügt werden.
  • Das das so entstandene Bild soll aber noch weiter verbessert werden, indem die Übergänge zwischen dem eingefügten und dem ursprünglichen Bildteil noch etwas entschärft werden. Dazu wird die Funktion Finger benutzt und anschließend die Ränder des eingefügten Bildteils nachgefahren. Dadurch werden die Übergänge zwischen den Bildteilen etwas entschärft.
  • Auch die Funktion Clone Stempel dient dazu das Bild zu verfeinern. Sie bietet sich besonders gut an, wenn beispielsweise das Gesicht einer Person markellos erscheinen soll. Dazu muss einfach die Taste STRG gedrückt und die Stelle markiert werden, die geklont werden soll. Dann an die Stelle gehen, wohin der ausgewählte Bereich übertragen werden soll und mit der Maus über die entsprechenden Stellen fahren.
  • Am Schluss jeder Bildbearbeitung muss das Bild noch geschärft werden, dies sollte immer erst am Ende der Bearbeitung und auch nur einmal gemacht werden, da sonst die Übergänge im Bild nicht mehr schön sind. Um das Bild zu schärfen einfach unter Filter die Funktion schärfen aufrufen.
  • Photofilter bietet darüber hinaus noch einige weitere Filter. Welche davon gefallen muss jeder durch probieren selbst herausfinden.
  • Abschließend wird das Bild noch im JPEG Format gespeichert. Dabei kann auch die Bildgröße verändert werden. Gerade für eine Verwendung im Internet bietet sich ein möglichst kleines Bild an. Mit der Vorschau sollte allerdings überprüft werden, ob das Bild durch die Verkleinerung nicht unansehnlich geworden ist.

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Gastautoren: Lars Emmerichs und Christoph Ruland

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